Autorenlesung Kl. 5

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Iris Lemanczyk: Ins Paradies?

Nach der Lesung heißt vor der Lesung. ‚Vor der Lesung’ deshalb, weil ich jedes Mal nach einer Autorenbegegnung in der Schule denke: „Das müssen wir ziemlich bald noch einmal machen!“  -


Am 19. April hatten die 5. Klassen das Vergnügen, Iris Lemanczyk persönlich kennen zu lernen. Die Jugendbuch-Autorin war für zwei Lesungen aus Stuttgart angereist, um aus ihrem Buch Ins Paradies? vorzulesen und den Schülerinnen und Schülern im Rahmen der Lesung Möglichkeit zu geben, Fragen zu stellen.
Das Jugendbuch behandelt altersgerecht für Fünftklässler die Flüchtlingsproblematik. Interessant war hierbei zu erfahren, dass die Autorin das Buch bereits fertiggestellt hatte, bevor im Jahr 2015 die Flüchtlingskrise ihr größtes Ausmaß erreichte. Bis heute hat es nichts von seiner Aktualität verloren, im Gegenteil, gerade weil auch das THG Flüchtlingskinder in den Klassen mitführt, ist dieses Thema den Schülerinnen und Schülern im Alltag gegenwärtig.
Da das Buch zuvor von allen Klassen im Deutschunterricht behandelt worden war, kannten sich die Zuhörer sehr gut im Inhalt aus. Zwischen ihnen und der Autorin entspann sich zwischen rein vorlesenden Passagen immer wieder ein angeregtes Zwiegespräch, bei dem es Frau Lemanczyk sichtlich Freude machte, in kleinen Details korrigiert zu werden. Ihre unprätentiöse und den Schülern sehr zugewandte Haltung ließ Einblicke in viele interessante Sachverhalte zu. So wurde den Schülern deutlich, dass man vom Preis des Buches nicht unbedingt rückschließen kann, als Schriftstellerin schnell reich zu werden und dass es manchmal eines längeren Atems bedarf, bis ein Werk vom Verlag angenommen wird. Wenn gerade das zunächst abgelehnte Buch die höchsten Verkaufszahlen einfährt, lässt dies schon an ‚Harry Potter’ und seine Entstehungsgeschichte denken. 
Frau Lemanczyk  brachte den Schülerinnen und Schülern auf anschauliche Weise den Herstellungsprozess einen Buches nahe und erzählte dabei auch von ihrer ganz persönlichen Schreibarbeit. Anregungen und Material für die Figuren und den Plot ihrer Bücher gewinnt sie auf Reisen, die oft in weit entfernte Länder führen.  Bei einem aus Indien mitgebrachten Souvenir, das die Autorin ihrem Notizbuch entnahm, sollten die Schülerinnen und Schüler erraten, wozu es bestimmt sei. Die Antwort der Autorin (Toilettenpapier, fein eingewickelt, in der Apotheke erhältlich) bedurfte dann natürlich wieder einer Erklärung, die angeregt von den Teilnehmern diskutiert wurde.
Insgesamt waren es zwei sehr kurzweilige Schulstunden, was sich daran zeigte, dass auch bei der zweiten Lesung, die sich über die 5. und 6. Schulstunde erstreckte, die Fünftklässler sehr konzentriert zuhörten. Schule lebt durch diese Art von Veranstaltungen, der Stoff wird dadurch in ganz eigener Art und Weise lebendig.

Ein Dank geht an dieser Stelle an den Freundeskreis der Schule, der diese Begegnung möglich machte, indem er sie finanziell unterstützte.

Birgit Gnad
(i.V. der Deutschlehrerinnen der 5. Klasse)